Die Konzeption „ des Beitritts Russlands zur WTO“
Die hauptsächlichen Bedenken der russischen Unternehmer
Quelle: Handels- und Industriekammer der Russischen Föderation
Das Jahr 2008
  Als Weltmacht verfügt Russland über eine Reihe von offensichtlichen Konkurrenzvorteilen. Dies sind seine Bodenschätze,
die einzigartige euro-asiatische Lage, sein vorhandenes wissenschaftliches und industrielles Potential,
seine hochqualifizierten Arbeitskräfte, sein entwickeltes Transportnetz. Zu nennen sind auch
eindrucksvolle Beispiele für den gelungenen Eintritt russischer Unternehmen in die Außenmärkte.
Zugleich ist offensichtlich, dass der Beitritt zur WTO an sich kaum zu einer explosionsartigen
Steigerung der Ausfuhr oder zu deren bemerkbarer Zunahme führen wird.
  Die WTO fördert insbesondere
den Handel mit Endprodukten und Hochtechnologie - Erzeugnissen, während Roh- und Kraftstoffe
die Basis der russischen Ausfuhr bilden. Diese werden ohnehin fast ohne Einschränkungen zum Verkauf
auf den internationalen Märkten zugelassen. Zweitens zeichnet sich die russische Ausfuhr durch äußerste
Unflexibilität aus und kann nicht in kurzer Zeit verstärkt auf Güterherstellung umgestellt werden.
Die Gründe dafür sind die überaus veralteten Industrieanlagen und Beförderungsmittel,
die nicht ausreichende Auslastung der Produktionskapazitäten und die schwache Dynamik
der technischen Entwicklung. Drittens zeigt der russische Markt dank der allmählichen
Überwindung der Krise eine steigende Nachfrage nach inländischen Waren, was bereits
zu einer Reihe von Ausfuhrbeschränkungen führte.
Schließlich genießt Russland bereits durch seine bilateralen Handelsabkommen mit
den WTO - Mitgliedern die von dieser Organisation festgelegten tarifären Begünstigungen.
Anders werden die Zukunftsaussichten des Imports von Waren und Dienstleistungen beurteilt.
Deren erleichterter Zugang zum russischen Markt kann die Konkurrenz in vielen Bereichen
wesentlich verschärfen, wofür die russische Industrie noch nicht gerüstet ist.
Insbesondere betrifft dies die Lebensmittel-, Pharma-, Auto- und Flugzeugindustrie,
die Chemie- und Elektronikindustrie, Versicherungs- und Finanzdienstleistungen,
den Einzelhandel, kleine und große Unternehmen etc.
  Deswegen äußern zurzeit nur 10 % der befragten Unternehmen ihre Bereitschaft,
nach den Normen und Regelungen der WTO zu arbeiten.
Das breite Angebot und der günstigen Preis der Importwaren können dem inländischen
Verbraucher zwar zu gute kommen, dies jedoch nur unter der Bedingung der effektiven
inländischen Konkurrenz und Gewährleistung des Verbraucherschutzes.
Beides ist in Russland vorerst nicht der Fall.
Übersetzer
Alexander Danilow












